Das Rauchverbot, meine Damen und Herren, das Rauchverbot ist Synonym für den Zustand der Gesellschaft. Die Ausrottung des Schädlichen zugunsten einer uniformierten Menschenzucht. Emissionen und Immissionen stören und sind schädlich. Werbung zum Beispiel. Jetzt nicht bloss Tabak- oder Alkoholwerbung, sondern Werbung überhaupt. Werbebotschaften sind Emissionen, die besonders krank machen, weil sie den Geist, die Seele und den Körper gleichermassen beeinflussen und schädigen. Zuerst heizen sie Illusionen an, die nicht erfüllt werden können, dieser Treibhauseffekt im Kopf führt zu Stress und mündet in Depressionen. Werbung, das sind Emissionsillusionsfürze, Werbung ist psychischer Gestank und ruiniert die Gesundheit der ganzen Gesellschaft. Werbung tötet!
Wem gehört der Raum, wem die Atmosphäre? Allen, würde das aufgeklärte Individuum und der aufrechte Demokrat meinen. Die Schadstoffe sind für alle da! Das ist real existierender Atmosphärenterror. Es gibt aber noch ganz andere Schrecken im Raum, es muss nicht immer der drohende Super-Atom-Gau oder die absolute Klimawerbekatastrophe sein. Es gibt auch die alltägliche, atmosphärische Terrorattacke.
Man stelle sich vor: Sie machen einen Spaziergang im Wald oder einem Fluss entlang. Sie geniessen die Natur, hören den Vögeln beim Singen zu, versinken mit dem Rauschen des Flusses. Sie hängen ihren Gedanken nach und sinnieren über die Schöpfung. Sie sind eins mit der Natur. Plötzlich taucht aus der Ferne ein spitzes Geräusch auf, ein Tick, ein Tack. Tick tack, tick tack, ein aufdringliches, alles durchdringendes Ticktack. Bei der nächsten Kurve wird der Verdacht zur Gewissheit: Eine Gruppe Nordic Walking JüngerInnen taucht auf. In panischem Gleichschritt, mit ernsten Gesichtern, den Blick auf den Boden geheftet, aerodynamisch bekleidet, marschieren sie einher, als würden sie verfolgt. Und machen Lärm! Verschmutzen die Atmosphäre mit ihrem aufdringlichen Ticktack! Einigen von ihren muss die Umweltkatastrophe bewusst sein, sie tragen Kopfhörer, um sich so vor ihren eigenen Emissionen abzuschotten.
Man fragt sich sowieso, warum sich diese Nordic Walking Kultur ausgerechnet heute durchgesetzt hat? Ganz einfach: Weil es sonst so aussehen könnte, als würde man sich, wenn man im Wald spazieren geht, einfach nur vergnügen! Lustwandeln und die Natur geniessen! Das fehlt gerade noch! Das wirft Fragen auf und macht misstrauisch. Warum arbeiten Sie denn nicht? Sind Sie denn nicht solidarisch mit der arbeitenden Klasse? Warum helfen Sie nicht mit, die soziale Krise zu meistern, die Wirtschaft in Schwung zu bringen? Das Bruttosozialprodukt zu steigern? Damit die Renten gesichert sind! Solche Fragen könnten auftauchen, wenn man einfach so mir nichts dir nichts im Wald spazieren geht. Schreitet man aber stramm und mit Nordic Walking Stöcken aus, sieht das schon mal ganz ordentlich aus und die Antworten kommen ohne misstrauische Fragerei von selbst daher. Die tut etwas für ihre Gesundheit! So bleibt man rüstig! Das hält nicht nur den Körper sondern auch den Geist fit! Durch Nordic Walking vermittelt man den Eindruck von Effizienz und zweckmässigem Leben. Sind Sie aber bloss am Spazieren und plötzlich kommt so ein Sozialdetektiv auf ihre Spur und fragt: „Was machen Sie denn hier im Wald? Was, einfach so am Lustwandeln? Wenn die andern am Arbeiten sind? Sind Sie etwa arbeitslos, oder haben bloss einen Teilzeitjob? Subversiver Freischaffender? IV Bezüger? Früh-Rentner? Künstler? Sozialhilfeempfänger? Wie stellen Sie sich das überhaupt vor? Wir andern sollen arbeiten und schuften, damit Sie im Wald herumgeistern können? So nicht! Mitkommen!“ Aber mit Stöcken kann man unbequemen Fragen aus dem Weg marschieren. Man kann quasi zu seinem eignen Spitzel werden und rennt sich so selbst als potentiellen Delinquenten hinterher.
Ein ähnliches Phänomen auf den Wanderpfaden, an einem Sonntag zum Beispiel, wo einem die Wanderer mit ausgerüsteter Hightech Wanderstimmung entgegen kommen, perfekt an den Mainstream angepasst, mit Stöcken und anderem Accessoire, wie Schweissbänder an Stirn und Handgelenk, mit Logos der Marken drauf, und so weiter. Wenn mir diese Leute so entgegen schreiten, zu zweit, zu dritt und den ganzen Weg für sich beanspruchen, mir keinen Platz zum Kreuzen lassen, höchstens im letzen Moment mit falsch-freundlichem Grüezi etwas die Schultern schwenken, dann weiss man, dass auch diese Leute wie die Nordic Walker Kurse besucht haben müssen. Sie sind geprägt vom durchschnittlichen eidgenössisch diplomierten Kurswesen, wo man psychologisch unterrichtet wird, dass das starke und selbstsichere Individuum nicht aus dem Weg geht, dass man sich von andern nicht behindern lassen soll, auch als Nordic Walker und Wanderer nicht, dass es wichtig sei, auf Biegen und Brechen geradeaus zu gehen, also die andern zwingen soll, selbst auszuweichen. Überhaupt, dass es im Leben darum ginge, dynamisch zu sein, Erfolg zu haben, ein generelles Sich-Durchsetzungsgebot sozusagen. Die ganze 40-Stunden-Woche Arbeitsbevölkerung besucht im Grunde genommen den gleichen Kurs. Die Kursleiter und die Kursteilnehmer plappern sich gegenseitig alles nach. Das zeigt sich unter anderem eben auch auf dem Waldpfad, einem ausserhalb des Arbeitsplatzes angelegten Feldversuch. Jeder geht keinem aus dem Weg. Aber jeder geht jedem auf die Nerven. Und alle sind freundlich. Da kann man dann aber beim Kreuzen seinen lieben Mitbürger trotzdem nicht einfach über den nächsten Felsen in den Abgrund stossen, wenn er nicht auf die Seite gehen will, das wäre nicht im Sinne des demokratischen Rechtsstaats. Aber man darf ihn von sich aus in den Abgrund stürzen lassen, indem man ihm keinen Platz lässt.
Nicht dass ich etwa diesen Wanderern oder Sonntagsspaziergängern ihre wohlverdiente Freizeit nicht gönnte, schliesslich hatten sie eine harte Arbeitswoche hinter sich. Dort liegt aber gerade auch das Problem. Sie verkaufen ihre ganze Zeit, ihr ganzes Leben, Wochen, Jahre, das Pensionsalter als Ziel vor Augen, wo sie sich dann frei wähnen. Würde man sie am Montag Morgen in den Büros sehen, wenn sie vor den Bildschirmen sitzen und irgend etwas, eine Zahl, ein Wort, in eine Excel Tabelle einfügen, zusammenzählen und sich und der Welt vormachen, sie seien jetzt Produkt Manager oder sonst was wichtiges, dann weiss man, dass das alles eine riesengrosse Katastrophe ist. Und diese Katastrophe spürt man eben schon am Sonntag, wenn die Wanderer in den Bergen auf Familienpfaden unterwegs sind. Man sieht es am Sitz ihrer farbigen Sonnenkappe, am Stil ihrer schicken Sonnenbrille, an der Art und Weise wie sie ihre Schuhe binden, man sieht es auch am niedlichen Rucksäckchen der artigen kleinen Kinderschar, wo zahllose, synthetische Stofftierchen lustig hin und her baumeln. Man hört es, wenn sie überlaut und tapfer die Schönheit der Landschaft rühmen. Alles ist so putzig und nett, korrekt eingebettet in Kitsch und Watte, damit sie nicht merken, wie rechtlos sie sind. Wirtschaftsklaven. Demokratiesklaven!
Apropos Atmosphären-Terror. In den Freizeitlandschaften und den Tourismusgebieten ist es nicht besser. Jedes Strassen- und Strandcafé macht es dem andern nach. Beschallung durch kitschig trällernden Es-geht-mir-gut Sound. Eine psychisch-mentale Vergasung ganzer Flanier- und Strandmeilen, einer ganzen Shopping-Gesellschaft. Ein psychedelischer Holocaust. Sogar das Meer verkommt zur Shopping-Mall. Lets go shopping! Man sitzt, geniesst die Ruhe, schaut aufs Meer hinaus und plötzlich trällert Phil Colins oder sonst wer in süsser Manier irgend einen Schwachsinn von Liebe aus einer Boxe, oder ein schleppender Reggae fordert einem zum Aufstehen, zur Rebellion auf, jetzt wo man endlich bequem sitzt, man habe das Recht dazu. Ja, er meint wohl das Recht aufzustehen und den Stecker rauszuziehen! Oder ein Bum Bum Bum überdröhnt jedes Geräusch der Natur, jeden Vogel, jeden Wellenschlag, jeden Gedanken. Man findet mit dem besten Willen keinen Platz, wo man einfach so, ruhig dasitzen oder ein Buch zur Hand nehmen kann. Immer und überall wird man beschallt. Im Prinzip sind diese flächen- und bewusstseinsdeckenden Beschallungen Nachrichten. Wie der Nahostkonflikt zum ständigen Begleiter des ausgelieferten Zeitgenossen geworden ist, so säuselt in den Freizeit-Räumen ständig irgendwelcher Sound durch den Äther. Eine ständige Information, wie es um den Zeitgeist, den Trend und das Wie-Muss-Ich-Drauf-Sein gerade steht. Es ist nicht einmal mehr ein süsses Gift, es ist bloss noch Nerven aufreibend. Kaum auszuhalten.
Ein Sportlehrer, ein muskulöser Typ, etwas über 30, mit einer Klasse im Schwimmbad. Alles Mädchen, ungefähr acht Stück, 14 oder 15 jährige. Alle in Bikinis. Jetzt sollten die Mädchen ein Schwimmprogramm absolvieren, hier im Freibad. Da machen die jetzt also ein Riesentheater, wollen nicht ins Wasser, wollen nicht schwimmen gehen, wollen nicht das machen, was der Lehrer sagt, zieren sich, das Wasser sei zu kalt, stecken sich gegenseitig mit ihren Launen an. Der Lehrer spielt anfänglich das Spiel mit, hat insgeheim seine Freude daran, ist wohl auch den Reizen der jungen Bikini-Körper erlegen, geht ihnen und ihren Äusserungen auf den Leim und denkt sich, die gingen dann schon ins Wasser, er würde sich schon noch durchsetzen. Doch die Szene eskaliert. Er wird jetzt etwas böse, weil er sich doch nicht durchsetzen kann und nicht mehr weiter weiss. Die Mädchen gehen zurück an ihren Platz, setzen oder legen sich auf ihre Badetücher auf den grünen Rasen. Plötzlich wird der Lehrer richtig böse, sie müssten jetzt ins Wasser gehen und Schwimmen, aber sofort, sonst müssten sie das an einem freien Nachmittag nachholen! Die Mädchen kontern, sie wollten nicht mehr, sie seien müde. Ein gehässiger Ton hat sich nun definitiv eingenistet. Der Lehrer muss sich nun durchsetzen und seine Autorität behaupten. Obwohl es für alle angenehmer gewesen wäre, auf dem Rasen liegen bleiben zu können, sich hätten amüsieren können. Der Herr Lehrer hätte sich raus halten, die Szene beobachten und seine Freude daran haben können. Aber nein, er muss es durchziehen. Er muss streng sein. Weil er etwas leisten muss in den Augen der Gesellschaft und wohl auch in seinen eigenen Augen, damit die Steuergelder nicht einfach so auf einem grünen Rasen liegen bleiben. Gerade auch an einem schönen Nachmittag im Schwimmbad nicht, weil es sonst auffallen könnte, man meinen könnte, die Lehrer würden nichts tun, verdienten überhaupt zu viel! Zeit und Geld verplempern statt zu lernen, Sport zu treiben und Disziplin zu üben!
Komm schön. Wie viel ist eins und eins? Zwei! Richtig! Komm gib schön Pfötchen, mach schön das Männchen! So, das ist gut. Und wie viel ist 5 mal 5? 25! Super! Komm, jetzt gibt es noch einen kleinen Keks dafür. Und jetzt kommt die grosse Quizfrage. 25 mal 25? Jawohl: 625! Genial. Also, ich muss sagen, du hast ein Flair für Zahlen, bravo! Aus dir machen wir einmal einen Buchhalter! Oder vielleicht gar einen Mathematiker! Oder noch besser, einen richtigen Bruttosozialprodukt steigernden Banker! Einen Manager, einen Abzocker, das machen wir aus einem, der mit Zahlen so gut umgehen kann! Dafür wirst du jetzt gefördert, wir schicken dich auf die Hochschule für Zahlen, bravo, gratuliere!
Und du? Komm, gib schön Pfötchen, ich habe gehört, du könntest gut schreiben. Ich gehe nach Hause, hast du ohne Fehler geschrieben. Ich gehe nach Hause und esse dort ein Birchermüsli. Ohne Komma, genau richtig, super, und am Schluss einen Punkt. Hause, mit einem grossen H, du bist echt begabt, sprachlich, aus dir machen wir einmal eine Journalistin, eine Deutschlehrerin oder eine Übersetzerin oder gar Texterin, Künstlerin sozusagen. Bravo. Gratuliere! Komm, gib schön Pfötchen!
Es scheint dass es bei heutigen Pädagogik vor allem darum geht, aus den Kindern und Jugendlichen, schon im Kindergarten und der Schule, gut funktionierende, wirtschaftwillige Rädchen zu machen, damit sie später einmal effizient rentieren. Das Ziel des Bildungsbürgertums ist seit jeher nicht das Wissen und die Kunst an sich, wie das noch beim Adel der Fall war. Es geht nicht um Erkenntnis und Ausdruck, nicht um Freude und Sein, sondern um Schein. Adelig scheinen, Welt offen und gebildet scheinen, so tun als ob. Dazu muss man von Anfang an richtig geschliffen werden. Das geht am besten mit Hochdeutsch. Am effizientesten schon Gebärsaal an.
Die anerkannten Meister der klassischen Musik und des Theaters auf einer Bühne zu sehen, mit schönen Kleidern und Krawatten, mit frischen Socken und aufgesetztem Lächeln in Kirchen und Kunsttempel aller Art zu pilgern und die Werke zu rühmen, Kunstsachverständig zu wirken, im Lichte der Aufklärung die Welt zu erforschen und logisch zu interpretieren, als wäre man beim Urknall selbst dabei gewesen, diese Haltung dient dazu, zeigen zu können, wie viele Werte man gejagt und gesammelt hat, und welchen Rang man innerhalb der Hierarchie des Bildungskapitalbürgertums einnimmt. Denn wer nur Geld hat, wird in humanistisch gebildeten Kreisen geächtet. Und wer nur gebildet ist, ohne Geld und Amt, der ist in ihren Augen nicht existent, ein verdächtiges Objekt gar.
Das monotheistisch-monokapitalistische Werteweltbild der absoluten Gewinnmaximierung aber ist fortwährender Abzug des Seelischen aus dem Alltag. AlsoTotalitarismus. Humanistische Bildung führt letztlich in den Faschismus. Die wahre Mystik des Seins wird vergewaltigt, wie sie ihre Kinder in der Schule vergewaltigen, wie sich der Erwachsene später durch die so genannten Sachzwänge selbst vergewaltigt. Der Staatsbürger und sein Kind sind zum rentierenden Humankapital geworden.
Wenn man Kinder beobachtet, wie sie beschwingt und freudig herumstromern, wie sie plötzlich mitten im Gehen einen Doppelschritt machen, oder einen kleinen Hüpfer einschieben, etwas herumspringen, die Arme in die Luft schwenken, plötzlich in die Höhe schnellen, eine Umdrehung um sich selber machen, dann wieder verspielt die Jacke über den Kopf ziehen, freut sich auch der Erwachsene an dieser Spontaneität und Lebensfreude.
Es kommt mir vor, als ob diese geheimnisvolle, verbindende Kraft, die früher in den Kriegen durch lautes Trommeln ausgelöst und beschworen worden ist, die den Einzelnen straff in das Kollektiv einfügt, die den Adressaten zwingt, jedem Befehl, auch gegen den eigenen Willen, zu gehorchen, die den eigenen Willen gar mit dem Befehl verschmelzen lässt, es kommt mir vor, als sei dieses Prinzip in unserer Zeit auf eine andere Genossenschaft übergesprungen. Das Trommelfeuer kommt jetzt als ein kollektiver Aufruf zum Gutmenschentum daher, als hätten wir alle gutgläubige Romantiker zu sein, ohne das Recht auf Hinterfragung, ob das, was als gut und schön und wahr, als grün und sozial, lieb und nett, liberal und vernünftig gehandelt wird, auch wirklich bar allen Verdachtes sei. Wie früher das Töten durch das Trommeln zu einem kollektiven Rausch geworden ist, so besteht heute ein Zwang naiv und nett zu sein. Der Trommelwirbel betäubt und lädt zum Beschönigen ein. Aber wehe dem, der hinterfragt, nicht mitmarschiert, nicht in Ekstase gerät, ob dem ganzen Freudentaumel einer schönen, neuen Welt, wehe dem, der hinter dem freudigen Getrommel auch noch dunklere Töne wahrnimmt. Wie die Soldaten einer Schlacht entgegentrommelten, so marschiert heute fast die ganze Gesellschaft dem paradiesisch-demokratischen Endsieg entgegen. Wollt ihr die totale Gleichschaltung?
Was ist übrigens aus den 68er geworden? Was die einstigen, selbsternannten geistigen Führer der Pseudo-Revolution betrifft, kann man, ohne mit den exakten Wissenschaften in Konflikt zu geraten, behaupten: gut verdienende, gut in die bürgerliche Pfründegesellschaft integrierte Zeitgenossen, welche jene Karriereleiter erklommen haben, vor der sie noch vor ein paar Jahrzehnten erregt gewarnt haben, als sitze der faschistische Teufel selbst auf deren Sprossen. Es entsteht im Nachhinein der Eindruck, als sei die Warnung vor der Leiter nur deswegen so scharf ausgesprochen worden, um allzu grosses Gedränge von vorneherein zu unterbinden, damit sie selber schneller aufsteigen konnten. Man darf also ohne schlechtes Gewissen behaupten, dass die Exponenten der 68er Revolte verlogene Heuchler, wenn nicht unbedingt waren, so heute doch sind. Wenn sie es früher, in der Zeit der langen Haare und der struppigen Bärte nicht gewesen sind, so deshalb nicht, weil sie damals ihrer eigenen Wohlstandsnaivität auf den Leim gegangen sind. Ähnliches ist bei der Frauenbewegung auszumachen. Die zeitgenössischen Frauen sind da ein interessantes Anschauungsbeispiel. Tussis und Zicken, Modepüppchen und Models, neurotisch und versponnen und brav den Einflüsterungen der Konsumindustrie gehorchend. Waren das die Ideale der 68er Frauenbewegung? Der Rest ist depressiv oder gestört, weil sie vor den Anforderungen der Emanzipation versagen respektive nicht mehr zu ihrer wahren Frau stehen dürfen. Die wenigen, die das Feuer hüten, sitzen in der Höhle. Von ihnen hört und sieht man nichts.
Der 68er Traum ist ausgeträumt. Zurück bleibt der Kater, eine gesellschaftliche Konfusion, ein eng gewordenes Denken, wo der einzelne nicht mehr zu sagen traut, was er denkt und nicht mehr zu sein wagt, wie er ist. Eine riesige ideologische Blase hat sich ausgedehnt, die nun, wie es scheint, nur noch mit der etwas zu stumpfen Spitze der Neuen Konservativen zum Platzen gebracht werden kann.
Aber eben, unsere Frauen haben sich halt befreit und sind gleichberechtigt geworden, was immer das auch heissen mag. Der ganze Unterbau, die Jahrmillionen von Evolution, die in Jahrtausenden gewachsene Kultur, scheinen plötzlich wie weggewischt. Doch die physischen Affekte und die nervlichen Impulse sind geblieben. Das äussert sich vielleicht am Arsch, der auf einem Bar-Hocker herumrutscht und Anschluss sucht, während das manipulierte Gehirn und das aufgesetzte Bewusste schmollt: Ich werde jetzt dann auch Sängerin oder Schauspielerin, Journalistin, Moderatorin oder Model. Ich werde es schaffen, weil ich es mir wert bin!
Trotzdem werden alleinreisende Frauen in fremden Ländern noch immer belästigt. Auch in muslimischen Ländern von unseren muslimischen Freunden. Das ist schlimm. Mehr noch: Es ist eine Sauerei! Es ist gegen das Menschenrecht des freien, unbehelligten Reisens. Gerade auch für die Emanze aus dem Westen, die eine besonders moralische Botschaft der Welt, aus der sie kommt, der Welt, die sie bereist, zu überbringen hat. Die internationalen Frauenorganisationen sollten bei der Uno einen Antrag stellen, besser noch direkt bei der amerikanischen Regierung die Forderung erheben, dass das Recht auf freies, unbelästigtes, auch sexuell unbelästigtes, Reisen der Frauen durchgesetzt werde, wenn nötig auch mit militärischer Gewalt. Die US-Armee sollte mit ihren Verbündeten in Länder, die dieses Frauenrecht nicht einzuhalten in der Lage sind, einmarschieren und sie befreien und menschenrechtstauglich machen, auch gerade in der internationalen, also der westlichen Bedeutung des Wortes Menschenrecht. Mit dem Vibrator im Rucksack können sie dann unter anderem auch nach Algerien, nach Marokko, die Arabischen Emirate und Saudi Arabien und auch nach Südamerika reisen. Abends im Zelt oder auf einer befreiten Dachterrasse können sie dann unter sich die Sterne geniessen und mit ihnen zusammen die Welt neu erfinden, können von einem Sternchen zum nächsten hüpfen, neue Verbindungen kreieren, künstlerisch tätig sein, den Vibrator auspacken und ...
Andere reisen in Begleitung und lassen sich öffentlich die Hosen runter. Die kommen in einem fremden Land mit anderen kulturellen Sitten kaum oder knapp bekleidet an den Strand spaziert, als wäre es ein Auftritt auf einer Bühne. Jeder kann, ja, jeder soll auch zuschauen. Dann schreiten sie mit erhobenem Kopf dem Meer entgegen, mit Statisten im Schlepptau - das sind ihre Männer. Plötzlich bleiben sie abrupt irgendwo mitten am Strand stehen. Für den Statisten gibt’s noch schnell ein Küsschen in aller Öffentlichkeit, als Beweis dafür, dass Frau auch öffentlich ganz frei und ungezwungen lieben kann, oder vielleicht auch nur, um ihr Anhängsel mundtot zu machen oder von dem ausgewählten Platz zu überzeugen. Dann öffnet sie, nach einem kurzen, aufmüpfig vernichtenden Blick in die Runde den Knopf oder den Reisverschluss und schwuppdiwupp, lässt sie mit lässiger Bewegung die Hüllen fallen.
Spam ist etwas, das man nicht bestellt hat und das man trotzdem wie einen Virus ins Gehirn gepflanzt bekommt. Spam ist prophylaktische Beziehungsanbahnung. Erst anknüpfen, etwas vormachen, vielleicht ergibt sich etwas daraus. Erbringt es nicht den maximalen Gewinn, lässt man das aufgerissene Etwas links liegen.
Das moderne Leben ist Spam. Spam jedoch erwartet Rendite und nicht Erfüllung des suggerierten Traums. Egal wie edel und rein eine Botschaft daherkommt, auch wenn sie als schöne Melodie zu Sinn und Freude, zu Lebensgenuss und Erfüllung anruft, immer wieder entpuppt sie sich, nachdem man ihr auf den Leim gegangen ist, als Illusion. Zurück bleibt nichts als das zu konsumierende Produkt.
Bei Spam wird der Raum, in dem Leben stattfinden würde, durch Werbung besetzt. Der Einzelne findet keinen eigenen Platz mehr. Dadurch schrumpft der eigene Charakter auf einen kleinen, kaum mehr wahrzunehmenden Punkt und es entsteht ein Tief. In Anbetracht der Zahl der Menschen, die dem gleichen Prozess unterworfen sind, artet das Phänomen zu einer Massenbaisse aus. Die kollektive Trostlosigkeit wird aber durch das Nachahmen der Werbebotschaften zugedeckt, also geheim gehalten und versteckt. Die Depression fällt im Stadtbild aber kaum mehr auf, weil eh alle in freudlosem Zustand sind, aber auf gut drauf und cool machen. Ein gigantisches Psycho-Spiel, sich in seiner Schablonenhaftigkeit und vorgespiegelten Identität nicht erwischen zu lassen.
Beim Menschen hat sich auch noch der Teufel eingenistet, als starker Lobbyist und als Zuschauer. Er wartet, dass etwas Schlimmes passiert, er freut sich, wenn etwas Schlimmes passiert, wenn etwas Hässliches passiert, ein Terroranschlag oder ein Selbstmordattentat zum Beispiel, oder wenn jemand Amok läuft, wild um sich schiesst und sinnlos unbeteiligte Leute tötet, oder wenn ein Unfall passiert, ein Haus mit Mensch und Maus abbrennt, eine Massenvergewaltigung, ein Raserunfall mit vielen Toten. Der Zuschauer erwartet das Unheil, ist sehnsüchtig nach der Katastrophe, nach dem Untergang. Solange es die andern trifft. Der Satan ist der ganz durchschnittliche Zeitgenosse vor dem Fernseher. Er wartet, dass etwas Böses passiert, etwas, das die letzte Katastrophe noch übertrifft, damit er sich noch mehr freuen kann, auch wenn die Freude im Mäntelchen des Schocks, der Empörung, der Bestürzung oder der Betroffenheit daher kommt.
Aber auch als Agent ist der Teufel im Menschen stark zugegen und ist bemüht, dass das, was der Zuschauer so geil erwartet, auch tatsächlich eintrifft, irgendwo und irgendwie und irgendwann. Er provoziert es, agiert als Sprachrohr, als Hetzer, und sei es auch nur auf der Bühne, im Film, ganz allgemein in der Kunst und der Kultur, aber auch im Parteiprogramm und den Teppichetagen der Wirtschaft. Dort fühlt er sich wohl in seiner Haut, kann schalten und walten, reden und aufstacheln wie es ihm gefällt.
Man hört es immer wieder, es sei gut für die Wirtschaft, wenn man Ausländer als Arbeitnehmer ins Land holt, weil sie gut ausgebildet seien oder gut und billig funktionierten. Nun, das mag richtig sein. Wenn sie denn arbeiten und gut und billig funktionieren. Es war auch gut für die Wirtschaft, Afrikaner als Sklaven nach Amerika zu bringen. Das war sogar super für die Baumwollwirtschaft, die Agrarwirtschaft, gut für die Herrschaftssysteme sowieso. Alles, was jemandem finanziell nützt, und sei es nur einem einzigen Steuerzahler - wenn er denn zahlt - ist gut für die Wirtschaft. Es ist auch gut für die Wirtschaft, wenn man jemandem eine Kugel durch den Kopf schiesst. Das ist gut für die Waffenindustrie, das ist gut für die Kriminalpolizei, gut für den Leichentransporter, für die Obduktionsabeilung des Spitals, es ist gut für die Sargmacher, für die Blumengeschäfte, gut sogar für die Kirche, weil sie dann wieder einen Pfaffen ans Grab schicken kann, der salbungsvoll etwas von der Gerechtigkeit Gottes schwafeln kann. Für die Wirtschaft ist alles gut, weil alles das BSP steigert.
Die Ausländer würden uns Wohlstand bringen. Sie würden in die AHV, die Pensionskassen, die Steuerkassen, ect. einzahlen. Das mag ja stimmen. Wenn sie denn einzahlen und nicht nur abholen. Die arbeitende Bevölkerungen hat trotzdem nicht viel davon. Weil akkumuliertes Geld auf dem Börsenmarkt innerhalb weniger Tage dermassen schrumpfen kann, dass Renten auch nach jahrzehntelangem Sparen systembedingt nie gesichert werden können. Kommt noch dazu, dass das internationale Kapital dorthin fliesst, wo am meisten Gewinne zu erzielen sind, kurzfristig oder mittelfristig. Ist der Boom vorbei, wird das Kapital abgezogen und die Arbeitsplätze abgebaut. Zurück bleiben Industrieruinen und menschliche Ruinen, Arbeitslose und andere Angelockte. Ein Segen für das Volk ist das nicht, hingegen ist es ein Geschäft für das Kapital. Die Bewohner der Schweiz aber zahlen mit dem Verlust von Raum, weil alles überbaut und ganze Landstriche verschandelt sind, mit dem Verlust von Lebensfreude und Identität. Zu viele Menschen aus anderen Kulturen untergraben das Selbstverständnis des Einheimischen. Man kann nicht wahllos alles integrieren, dafür fehlt es an Platz in Raum und Psyche. Solange der Mensch nur als Zubringer des Kapitals dient und diese Zubringer zwecks Vermehrung des Kapitals importiert werden, solange werden menschliche Ruinen und das so genannte Ausländerproblem produziert. Aber es ist gut für die Wirtschaft.
Da nützt es auch nicht mehr viel, wenn die Schweizer mit teuren Militärjets am Himmel protzige Drohkulissen aufbauen und lustige Pirouetten drehen und einem imaginären Feind nachjagen, während unten auf dem Boden reale Feinde im Schutze des ohrenbetäubenden Lärms brave, junge und alte Schweizer zusammenschlagen, ja gar totschlagen oder ihnen die Gurgel durchschneiden, Kinder vergewaltigen, in unsere Häuser und Wohnungen einbrechen, die Mafia in der Schweiz Einfluss gewinnt, kriminelle Superreiche, Despoten und korrupte Wirtschaftskapitäne aus der ganzen Welt unser Land verludern lassen und mit ihrem Geld die Schweiz dank den Banken in Verruf bringen. Aber es ist gut für die Wirtschaft!
Glaubt hier jemand an den Urknall und demnach an die Evolutionstheorie? Oder ist sogar davon überzeugt? Immerhin ist das noch immer die landläufige Version zur Erklärung unserer Existenz. Man muss dann aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es seit dem Urknall bis auf den heutigen Tag noch keine Periode ohne Klimaveränderung gegeben hat. Mehr noch: Die ganze Evolution, die Geschichte der Menschheit überhaupt, die Entwicklung des Gehirns, die ganze Kultur, alles ist letztlich auf eine gigantische, immerwährende Klimakatastrophe und dem an sie angepasstem Leben zurückzuführen. Man muss sich das einmal plastisch vorstellen. Da macht es plötzlich Big Bäng und schon ist die monströse Maschine, genannt Evolution, geboren, die sich in der Folge selber zusammenbaut. Diese Botschaft ist vielleicht die wirkliche Klimakatastrophe. Wer von euch ist bekennender Kreationist? So wie das die Amerikaner sind, die an die biblische Schöpfungsgeschichte glauben, an die Erschaffung der Erde durch Gott in sieben Tagen, und dass er die Schöpfung perfekt gemacht hat mit allen Pflanzen, Tieren und dem Menschen als Krönung und so, Eva aus Adams Rippe, vor genau irgendwie ungefähr 10 000 Jahren. Tatsächlich begründen viele Ritter des korrekten Klimas ihren Standpunkt auf die gleiche Weise, wie das früher die Gärtner Gottes taten, als sie dem Menschen die Schuld an Naturkatastrophen gegeben haben, weil er nicht moralisch gelebt, sprich: sich ihnen nicht unterworfen hatte. In dieser Logik ist der Benzinmotor tatsächlich die verbotene Frucht, der Grund zur Austreibung aus dem Klima-Paradies.
Evolutionstheorie, Kreationismus hin oder her. Dass man auf sich und seine Welt aufpasst und Sorge trägt, dass man nicht sinnlos verschwendet, das ist ja normal und Natur gegeben, könnte der gesunde Menschenverstand meinen. Nun ist es in unserer Gesellschaft aber so, dass die Verschwendung, also der immerwährende, sinnlose Konsum auf hohem Niveau, geradezu zur grössten Bürgerpflicht geworden ist, weil das die Wirtschaft ankurbelt und Arbeitsplätze sichert oder schafft und letztlich unser aller Integration fördert, die ja bezeichnenderweise über die Arbeit definiert wird. Die subversiven Feinde des Systems sind heute dementsprechend nicht mehr die Militärdienstverweigerer sondern die Arbeits- und Konsumverweigerer. Wenn wir nun den Ausstoss an Treibhausgasen reduzieren und auch sonst zu sparen beginnen, können wir dann aber sicher sein, dass sich das Klima zu Gunsten unserer demokratischen Friede-Freiheits-Konsumkuchen-Mentalität stabilisiert?
Dieser ganze CO2 Überschuss könnte doch mit den zu vielen Gespenstern im Äther des Universums zusammenhängen. Der Planet schwitzt, weil er Angst hat. Gespenstermusik und Gespensterfilme, auf Zelluloid und Digitalträger konservierte Episoden der Vergangenheit geistern heimatlos durch Raum und Zeit. Nicht nur der schwitzende Planet, auch der menschliche Geist wird ständig von ihnen heimgesucht. Der Planet und seine Bewohner wissen nicht mehr, wo es langgeht. Alles schwitzt, hat Angst, gerät durcheinander.
Ereignisse, welche die Einmaligkeit des Moments hinter sich haben, die es längst verdient hätten, im Universum zu verdampfen, kommen nicht zur Ruhe und werden gezwungen, ewig weiter leben. Als Dämonen. Das Bild einer Verbrennenden aus einem Krieg, eine Bombe, die eine Stadt zerstört, der Klang einer Arie aus einer längst aufgeführten Oper, ein Sportler bei seinen Erfolgen, Musiker bei Konzerten, Politiker an Rednerpulten, Märsche von Soldaten durch Sümpfe, die ersten Flugversuche von Pionieren, und immer mehr Bands und Musik, noch mehr Sternstunden und Abgründe der Menschheit. Ein Gedränge sondergleichen, zu viel Verkehr und Staus im Kopfsteinlebenspflaster sind die Folgen. Jeder Schall, der unser Gehör reizt, jede Welle, die unser Auge trifft, kann eine längst vergangene Welle sein, eine reproduzierte, eine Klonwelle. Wir sind von Gespensterklonen im Äther umgeben. In der Glotze, in den Supermärkten, den Autos, den Toiletten, dem eigenen Zimmer, im Büro, überall an allen Ecken und Enden werden wir von Vergangenem, von Totem berieselt, bestrahlt und bedrängt. Die Gegenwart ist uns weggestorben. Das ist die totale Raumverschmutzung unserer Zeit, Atmosphärenterror. Die Klimakatastrophe findet im Kopf statt. Vergessen Sie C02!
Kürzlich auf einer Aussenplakatwand gelesen: Logistik ist, wenn man Zeit spart. Logisch, wenn man Zeit spart. Es ist logisch, dass man Zeit spart. Es ist auch gut, wenn man Zeit spart. Man muss Zeit sparen. Man wäre schön blöd, würde man nicht Zeit sparen. Zeit sparen ist auch Geld sparen, wir wissen es alle, die Amerikaner sagen es uns vor: Time is Money. Also spart man auch Geld, logischerweise, wenn man Zeit spart. Ob Zeit oder Geld, beides läuft im Grunde genommen auf das gleiche hinaus. Zum Beispiel: Wenn ich jetzt den Zug von Zürich nach Bern nehme, früher hatte man ungefähr 70 Minuten plus und jetzt hat man 60 Minuten minus. Das heisst, jetzt habe ich für gut 10 Minuten Geld gespart. Wenn einer also 60 Franken pro Stunde verdient, so sind das schon 10 Franken. Und wenn einer 30 verdient, so hat er immerhin noch 5 Franken gespart. Wenn der aber oft mit dem Zug hin und her fährt, rechnet sich das! Wenn er es sich leisten kann, mit den 30 Franken Stundenlohn zwischen Bern und Zürich hin und her zu fahren. Und erst ein Supermanager, wenn der diese 10 Minuten spart, dann sind das ..., das geht dann schon ins Geld. Gut, der würde ja eh den Heli nehmen, und so noch mehr Zeit, also noch mehr Geld sparen. Man hat 24 Stunden pro Tag. Wenn ich jeden Tag nur 10 Minuten davon spare, dann habe ich Ende Jahr 365 mal 10 Minuten gespart, in einem Schaltjahr sogar noch 10 Minuten mehr. Das wären dann 3650 respektive 3660 Minuten. Das sind 61 Stunden. Pro Jahr! Gespart! Nur weil ich jeden Tag einmal von Bern nach Zürich oder umgekehrt von Zürich nach Bern fahre. Bin ich ein Pendler und fahre die Strecke 2x pro Tag, so wären das schon 122 Stunden Sparvolumen pro Jahr. Am Ende des Jahres kann man diese gesparte Zeit abholen, oder man kann sie auch auf dem Depot liegen lassen und erst am Ende des Lebens abheben. Mit Zeitzins und Zeitzinseszinsen. Wenn man dann fast keine Zeit mehr hat, ist man froh, wenn man noch ein paar Hundert oder Tausend Stunden zu Gute hat. Raffiniert diese Logik. Logiker müsste man sein. Also viel Spass noch beim Sparen. Übrigens, nächste Woche soll’s noch eine Zeitspar-Aktion geben! Gehen Sie hin! Es lohnt sich!
Hunde
haben’s besser. Die können einfach irgendwo eine Nase voll nehmen. Da kommt zum
Beispiel ein anderer Hund, jeder nimmt vom andern eine Nase voll, schwänzelt
dazu ein bisschen und ..., und wir? Wir können da nicht einfach bei jeder oder
jedem Hergelaufenen eine Nase voll nehmen, obwohl wir vielleicht auch gerne
möchten, nein, wir müssen mühsam Alternativen suchen, Guten Tag sagen, einander
die Hand schütteln und dann kommt der Text. Wir plappern uns gegenseitig
irgendwas vor, dabei hätten wir vielleicht doch lieber mal eine Nase voll
genommen. Statt dessen texten wir den ganzen Geruch einfach zu!