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Auf der Flucht

Der Flug von Zürich über Madrid nach San José in Costa Rica war ein Horror wie jeder andere Langstreckenflug auch. Ich muss es gestehen: Ich leide unter Flugangst. Jedes unregelmässige Dröhnen und Aufheulen der Maschinen, jedes Schwanken bei Manövern, jedes Rütteln und Schütteln des Rumpfes bei Turbulenzen treibt mir Angstschweiss aus den Poren und lässt mein Herz in Panik schneller schlagen, während ich mich bemühe, meine Gesichtsmuskeln unter Kontrolle zu halten, um möglichst unerschrocken in die Welt zu gucken. Das Essen an Bord, der Service überhaupt, liessen auch zu wünschen übrig. Zudem hatte ich wenig Platz und konnte mich kaum bewegen. Aber was will man. Das Fliegen war noch nie so billig wie heute.

Es war ein halbherziger Entschluss gewesen, nach Zentralamerika zu gehen. Richtig überzeugt davon war ich nie. Man sucht zwar immer das Optimale, doch durch jede Wahl für ein Land entscheidet man sich gleichzeitig gegen all die andern, die auch eine Reise wert gewesen wären.

Im Flugzeug befand ich mich denn auch im Wechselbad der Gefühle, und ich grübelte an meinem Entscheid: »Wäre es nicht vielleicht besser gewesen nach Brasilien oder nach Australien, nein, endlich einmal in die Südsee oder vielleicht gar in die USA zu fliegen?« Ständig kreisten mir diese Gedanken im Kopf herum.

Ein grün bewaldeter Berg, der plötzlich aus der geschlossenen Wolkendecke ragte, riss mich aus meinen Träumen und Zweifeln. Das phantastische Bild liess augenblicklich die Angst vor dem Fliegen in den Hintergrund treten. Ein mystischer Glanz ging von den umwölkten Bergkuppen aus, die von ihrem Rumpf getrennt zu sein schienen und wie eine andere, bedeutungsvollere Welt, einem Luftschloss ähnlich, erhaben im freien Raum schwebten.

Jäh auftauchende einzelne Löcher in der Wolkendecke erlaubten aber auch schnelle Blicke in ebenso grüne Täler, die mir vom Blau des Himmels herunter versprachen, an den tiefgründigen Schichten der Natur für einen kurzen Moment teilzuhaben.

»Auf diese Berge will ich rauf, dort ist es schön, dort gefällt es mir, dort finde ich Ruhe und Erholung, um schreiben zu können.« So dachte ich und war total aufgestellt. Doch es sollte anders kommen.

Um fünf Uhr nachmittags landeten wir. Es war noch heller Tag, und ich entschloss mich, nach der Erledigung der Grenzformalitäten statt in die nahegelegene Provinzstadt Alajuela in die etwas weiter entfernte Hauptstadt zu fahren.

Der junge Taxichauffeur schien schon auf mich gewartet zu haben:

»Taxi! Do you like a taxi to San José?« Ein Taxi nach der Stadt wollte ich allerdings. Aber ich habe auf all meinen Reisen gelernt, dass man besser fährt, wenn man den ersten Ansturm all derjenigen, die einem ein Taxi, ein Hotel, eine Tour oder was auch immer aufdrängen wollen, am besten ignoriert. Andererseits habe ich aber auch gelernt, dass es, wenn man wirklich etwas braucht, keinen grossen Unterschied macht, für wen und für was man sich entscheidet. Die Hauptsache war es erst einmal, vom Flughafen wegzukommen.

»O. k.«, sagte ich. Ich müsse aber zuerst noch Geld wechseln.

Er begleitete mich zum Geldwechselschalter. Dort gab es eine kleine Menschenschlange, und es ging nicht so schnell vorwärts, wie mir lieb gewesen wäre. Schon war ich nicht mehr überzeugt, in einem effizient funktionierenden Staat gelandet zu sein.

Eine Deutsche, die in der Nähe von San José ein kleines Touristenhotel unterhält, nutzte die unfreiwillige Wartezeit der Leute aus und verteilte ihr Flugblatt und bot auch mir ein Zimmer an. Der Preis war jedoch für mein Budget etwas teuer. Trotzdem zögerte ich, da mir ihre Worte »auf dem Land und trotzdem in der Nähe der Stadt« für eine gewisse Zeit in den Ohren lagen. Als ich dann aber auf meinen Taxifahrer blickte, stand der ganz nervös an einer Säule gelehnt und bangte um sein Geschäft. Da er mir schon etwas leid tat, entschied ich mich für ihn und für die City. Obwohl mir die Deutsche, als sie mein Zögern wahrnahm, sagte, die Stadt sei absoluter Horror. Alle, die einmal dort gewesen seien, würden nie mehr zurückkehren. Hingegen zu ihr aufs Land, da kämen viele wieder hin.

»Bringen wir’s hinter uns«, dachte ich und sagte zum Taxi- chauffeur: »Let’s go!«

Als wollte sich das Schicksal für meine zynischen Bemerkungen in meinem letzten Reisebuch AfrikaFieber rächen, schickte es mir gleich zu Beginn dieser Reise ein Taxi nach afrikanischem Muster: Ein altes, zerbeultes und vor Rost zerlöchertes Wrack. Als noch der Schlüssel im verbogenen Türschloss stecken blieb und mein Chauffeur die Türe auch mit Murks nicht aufbrachte, kam ich mir schon etwas sonderbar vor. Die andern Autos auf dem Parkplatz waren zwar nicht gerade fabrikneu, doch so schlimm wie dasjenige, welches das Schicksal für mich bereit hielt, war keines. Mein Chauffeur entschuldigte sich, ging kurz weg, um Hilfe zu holen. Dann ging’s los.

In der Zwischenzeit war es schnell dunkelste Nacht geworden, so dass ich leider, als wir in die Stadt fuhren, ausser Lichtern nichts von der Gegend mitbekam. Dafür roch ich die Abgase. Zuerst dachte ich, man müsse bloss die Fenster schliessen und dann sei die Welt wieder in Ordnung. Aber die liessen sich nicht mehr schliessen, die waren blockiert und sorgten nun für Dauerluft. Genutzt hätte es eh nichts, denn ich merkte plötzlich, woher die Abgase kamen. Das Auto hatte im Boden ein riesengrosses Rostloch. Von dort kamen die duselig machenden Benzingase, direkt vom löcherigen Auspuff. Wenigstens rochen wir unseren eigenen Dreck.

Plötzlich befanden wir uns auf einer unbeleuchteten Nebenstrasse. Müll- und Steinhaufen lagen herum. Links und rechts begrenzten Mauern die Sicht. Ein düsterer Hinterhalt, irgendwo an der Peripherie der Stadt. Ein Gitterzaun, eine stillgelegte Eisenbahnschiene und vor uns ein Auto, das die Strasse blockierte. Als dann noch ein Wagen hinter uns auffuhr, war ich mir sicher, in eine Falle gelockt worden zu sein, und erwartete gleich ausgeraubt zu werden.

Statt dessen sagte der junge Mann: »We are here!« Er stieg aus, packte mein Gepäck und ging schnurstracks auf ein Gittertor zu, das für mich gar nicht wie der Eingang zu einem Hotel aussah. Doch tatsächlich, nach ein paar Hallo-Rufen erschien eine mollige Frau hinter dem Gitterzaun, die weder Spanisch noch richtig Englisch sprach. Wir waren beim Casa Theo angekommen.

Die Frau war eine Deutsche, stellte sich bald heraus. Sie hatte das Haus mit ihrer ebenfalls sehr fülligigen Freundin zusammen vor ein paar Monaten von einer andern Deutschen in Pacht übernommen. Jetzt profitierten sie vom guten Ruf, den das Hotel in Traveller-Kreisen dank Lonely Planet hat, ohne aber Erfahrung in diesem Geschäft mitzubringen und ohne ein angenehmes Ambiente bieten zu können. Beide kamen mir total fehl am Platz oder zumindest ziemlich verloren vor.

Als sie mich auch gleich mit vielsagenden Mienen warnten, wie kriminell es hier sei, dass alles, was nicht niet- und nagelfest sei, geklaut werde, und dass die Bösewichte auch nicht zurückschrecken würden, Gürtel und Tragtaschenriemen zu durchschneiden, da löschte es mir total ab: »So empfängt man doch keinen Gast, nicht mit solch sicherlich übertriebenen Horrorgeschichten! Da bekommt man es ja mit der Angst zu tun.«

Mangels Einzelzimmer musste ich in einem dieser Backpackerschlafsäle mit Kajütenbetten schlafen. Der Raum war von einer Horde amerikanischer Teenager belegt. Sogar Räucherstäbchen haben die abbrennen lassen! Als ich dann schon um neun Uhr, vom langen Flug müde und ohne ein Wort an meine Zimmergenossen gerichtet zu haben, zu Bett ging, verliessen die Jugendlichen aber artig den Raum oder flüsterten nur noch miteinander.

Kurz bevor ich einschlief, schwor ich mir, am andern Tag gleich wieder von hier zu verschwinden, um den befremdlichen Geistern, die mir in San José aufgelauert hatten, wieder entfliehen zu können.

 

Das Elend des Menschen kommt daher, dass er nicht brav zu Hause bleibt und seine Arbeit macht.

So oder ähnlich hat einer dieser berühmten Männer – sein Name fällt mir gerade nicht ein – seine philosophischen Spuren auf einem Zuckersäckchen hinterlassen, welches ich einmal am Zürihorn beim Kiosk zu einem Kaffee bekommen habe.

Jetzt wissen wir also, warum es uns und der Welt so mies geht: weil dauernd alle unterwegs sind; weil jeder das Paradies anderswo als bei sich zu Hause sucht; weil viele überzeugt sind, an einem andern Ort mehr Glück zu haben, und meinen, in der Fremde das zu bekommen, was sie missen und suchen, und das, was sie zu einem besseren Leben brauchen, und weil kaum jemand zufrieden ist mit dem, was er hat.

So gesehen erscheint der Versuch unserer helvetischen Vorfahren, nach Gallien, dem vermeintlich gelobten Land auszuwandern, in einem anderen Licht. Die hatten eigentlich noch Glück, von Cäsar dabei gestoppt worden zu sein. Schon damals also wurden wir von einem mächtigen Imperium in unsere Schranken gewiesen, und es musste uns unser heimisches Glück von aussen und mit Gewalt aufgezwungen werden.

Gäbe es für die Schweizer heute vielleicht die Möglichkeit, dafür zu plädieren, dass Frankreich, wären sie nicht von den Römern an der Immigration gehindert worden, eigentlich den Schweizern gehörte? Könnten wir Schweizer nicht die heutigen Italiener für die Unverschämtheit und Brutalität der Römer verantwortlich machen und sie vor ein internationales Gericht zerren und Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe fordern?

Ganz unglücklich müssten andererseits die Römer gewesen sein, die nicht zu Hause blieben, sondern sich in arrogantem Gehabe aufmachten, die Welt mit Krieg und Terror zu erobern und ihr ihren imperialen, römischen Stempel aufzudrücken, oder wie die historisch Gebildeten sagen würden, »die in schicksalhafter Mission aufbrachen, die Welt zu zivilisieren.«

Das wiederum zeugt von einem andern Problem. Nicht genug, dass man in die Fremde zieht, nein, man will das exotische Land oder die barbarischen Menschen auch noch beeinflussen, ihnen im harmloseren Falle eine andere Sicht der Dinge vermitteln, im schlimmeren, ihnen ein neues Weltbild aufdrängen, sie zivilisieren, sie dadurch unterwerfen und beherrschen.

Die Welt ist aus den Fugen und fast niemand mehr dort, wo er herkommt und nach der Meinung des zitierten Mannes hingehört. Die einen, denen es wirtschaftlich nicht so gut geht, suchen in fremden Ländern nach einem besseren Job, die andern, denen es wirtschaftlich gut geht, reisen zum reinen Vergnügen oder auch aus Frustration. Einige werden aus ihrem Land vertrieben, und viele vertreiben sich einfach nur die Zeit.

 

Noch keine 24 Stunden in Costa Rica, und schon bin ich am Meer und habe den Jet Lag. Der Pazifik ist hier gleich um die Ecke. Es ist erst morgens um zehn Uhr und schon 30 Grad am Schatten.

Sich abschleppen lassen und sich vom Schicksal treiben lassen, das ist das eine. Das andere aber ist die Flucht. Sich abschleppen lassen und flüchten, diese zwei Dinge sollten zu ständigen Begleitern meiner dreimonatigen Reise werden. Vergisst man zu flüchten, gerät man unweigerlich in das Gestrüpp desjenigen, von dem man sich abschleppen, beeinflussen und hereinnehmen lässt.

Rosi, eine Costaricanerin, hat mich heute nachmittag am Busbahnhof abgefangen und mich zu sich nach Hause, einer kleinen Privatpension, geschleppt, wo ich ein nettes Zimmer mit Bad für zwölf Dollar am Tag bezogen habe.

Und meine Nase tropft. Kein Wunder, nach all den Reisestrapazen, den Flughafen- und Flugzeug-Airconditions und einem Taxifenster, das sich nicht schliessen liess. Dazu kam noch die sechsstündige Busfahrt von San José nach Playa del Coco, die ich in der allerletzten Reihe verbringen musste. Die Fenster waren während der ganzen Fahrt offen gewesen. Hinten zog und windete es fürchterlich. Jetzt habe ich einen schlimmen Schnupfen.

Rosi sei nicht die Besitzerin des Hauses, klärte mich Jürgen, ein Tauchlehrer, der hier schon seit drei Jahren ein Zimmer bewohnt, auf. Rosi sei die Frau des Hauseigentümers, seines Freundes, und der sei Österreicher.

»Aha«, sagte ich.

Sein Freund sei zurzeit total verzweifelt, weil er in Österreich einer Arbeit nachgehe – jemand müsse ja Geld verdienen, schliesslich hätten die beiden zwei Kinder zusammen –, während seine Frau hier mit Touristen fremdgehe.

»Soso«, sagte ich.

Mir aber hatte sie gesagt, dass sie nur ein Kind habe, nämlich das kleine, blonde Mädchen, das sich den ganzen Tag mit Plastikspielzeug beschäftigt.

Das grössere Mädchen sei jetzt mit seinem Vater in Österreich und besuche dort die Grundschule, klärte mich Jürgen weiter auf. Er sei hier auch ein bisschen als Aufpasser tätig, das sei er seinem Freund schuldig. Obwohl er gegen ihre andauernden Affären nichts machen könne. Dass sie keine Heilige sei, das wisse sein Freund auch. Dass sie es aber derart arg treibe, hätte er selber nicht für möglich gehalten. Er müsse das alles mitansehen, habe aber keine Lust mehr dazu. Er wolle so schnell wie möglich aus dieser Situation raus und sich etwas anderes zum Wohnen suchen.

Im weiteren gibt es hier einen Bekannten von Rosi, ein etwa 40jähriger, deutschstämmiger, blonder Peruaner, der tagsüber oft und manchmal auch abends zu Gast ist. Heute morgen hat er mir seine Geschichte erzählt:

Pedro ist mit einer Frau in Caracas verheiratet, mit der er drei Kinder hat. Die älteste ist 15, ein anderes Mädchen 13, und dann hat er noch einen 14jährigen Jungen. Von dieser Familie ist er seit über zehn Jahren getrennt, hat absolut keinen Kontakt zu ihnen gehabt, hat nichts von ihnen gehört und sich auch nicht um sie gekümmert. In der Zwischenzeit ist er mit einer anderen Frau zusammengezogen, mit der er auch noch zwei kleine Kinder hat. Doch seit kurzem wohnen die drei Sprösslinge aus der venezolanischen Ehe auch in Costa Rica bei seiner neuen Familie.

Das kam so: Ein alter Bekannter von ihm hatte ihn von Venezuela aus angerufen und ihm mitgeteilt, dass seine 15jährige Tochter von einem Strassenganoven mit Narben im Gesicht schwanger sei. Zudem sei die Mutter der drei Kinder drogensüchtig und schon seit längerem verschwunden und habe ihre Kinder der Strasse überlassen.

Darauf liess Pedro die drei Strassenkinder von seinem Freund einsammeln und in ein Flugzeug nach San José setzen. Seither wohnen sie bei ihm und seiner Freundin. Das heisst, die älteste, die mit dem Kindchen unter ihrem Herzen, hat er in eine katholische Privatschule zu Nonnen gebracht. Vielleicht deswegen, damit wenigstens der jüngste Spross der Familie unter wohlanständigen Umständen heranreifen und es einmal zu einem moralisch hochstehenden Mitglied der Gesellschaft bringen kann.

Seine gegenwärtige Frau akzeptiert aber diese neue Situation und die aus heiterem Himmel dazugekommene Kinderschar nicht. Pedro lässt sich durch ihre Opposition aber nicht aus dem Konzept bringen und meisterte die schwierige Situation folgendermassen: Er will seine derzeitige Frau mit einem Einfachticket nach Peru zurückschicken, wo sie dann tun und lassen kann, was sie will und wie es ihr gefällt!

 

Zwei Spastiker treffen sich. Der eine sagt zum andern: »Du, wie ich gehört habe, hast du gestern bei einem Wettbewerb den ersten Preis in break dance gewonnen.«

»Ja«, sagt der andere. »Komisch, dabei wollte ich doch nur mal schnell an die Bar gehen und eine Cola bestellen.«

Diesen Witz hätte ich mich nicht getraut, drucken zu lassen, wäre er mir nicht in einer Bar von einem Gehbehinderten bei einem Bier erzählt worden. Dadurch jedoch wurde der Witz um so lustiger, wie es immer ist, wenn Leute über sich selber noch Witze machen können, wenn sie sich selber und ihr Schicksal nicht so tierisch ernst nehmen, wenigstens in Worten und in der Öffentlichkeit nicht, und sich nicht von moralisch und politisch korrekten Aposteln der Neuzeit den Mund verbieten lassen.

Joachim ist ein Deutscher, der schon seit sieben Jahren in Costa Rica wohnt. Er führt ein kleines, preiswertes Touristenrestaurant draussen unter einem Wellblechdach neben der Strasse zum Strand. Er serviert typisch zentralamerikansiche Spezialitäten, wo sich alles um Reis und Bohnen dreht. Zudem unterrichtet er Spanisch und Deutsch, denn von Haus aus ist er Lehrer. Er hatte hier eine Frau mit Schuss geheiratet. Darunter versteht er eine spanischstämmige Frau mit einem Schuss indianischem Blut. Seine Frau brachte zwei Kinder mit in die Ehe. Dann haben sie zusammen noch zwei dazu gemacht. Bald will er mit der ganzen Familie nach Deutschland zurückkehren, um dort ebenfalls als Lehrer zu arbeiten.

»Nur schon wegen der Kinder, damit die in Deutschland zur Schule gehen können.«

Wieso wollen eigentlich immer alle, dass ihre Kinder im Westen zur Schule gehen? Sieht man nur ein bisschen fern und liest die Zeitung, so weiss man doch, dass es keine undisziplinierteren und gefährlicheren Schulen als die im Westen gibt. Ist es nicht schade, dass jemand, der in der Fremde eine Existenz aufgebaut hat und dabei nicht scheiterte, der trivialen Bildung, der perversen Pädagogik, der vermeintlich grösseren Effizienz und der sogenannt besseren sozialen Verhältnisse wegen alles wieder verlassen will? Denn vielleicht ist er ja genau wegen dieser aggressiv und depressiv machenden Werte aus Europa geflüchtet.

 

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